Was steckt hinter einer Betriebsunterbrechung auf der Stammstrecke?


Verständnis und Geduld bei einer Betriebsunterbrechung

Wir unternehmen große Anstrengungen, um möglichst pünktlich und zuverlässig zu fahren. Doch immer wieder gibt es Zwischenfälle, deren Eintreten wir nicht verhindern können: Notarzteinsätze, technische Störungen, Personen im Gleisbereich und viele mehr. Wenn ein solches Ereignis auf unserer dicht befahrenen Stammstrecke auftritt und die Gleise nicht mehr befahrbar sind, dann führen wir in der Regel ein besonderes, standardisiertes Betriebsprogramm ein - das sogenannte "Notprogramm".

Ziel ist es, in diesem Fall ein möglichst großes Angebot und bestmögliche Orientierung zu bieten. Dieses besondere Betriebsprogramm in Folge einer Unterbrechung des Betriebs auf der Stammstrecke bei der S-Bahn München ist für alle Beteiligten wenig angenehm, weder für Sie als unsere Kunden, noch für unsere Mitarbeiter vor Ort oder in der Verwaltung.

Wir bitten Sie um Verständnis und Geduld – wir tun alles, um möglichst schnell wieder in den Normalbetrieb zurückzukehren.

Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zum Notprogramm zusammengestellt.
Für Anregungen und Fragen sind wir Ihnen jederzeit dankbar. Bitte wenden Sie sich an service-dialog@bahn.de.

Fragen und Antworten zur Betriebsunterbrechung

1.) Was ist das Notprogramm der S-Bahn München?

Das Notprogramm ist ein vorgeplantes Konzept, bestehend aus derzeit 23 verschiedenen Betriebsprogrammen. Es wurde entwickelt, um auf Unterbrechungen des S-Bahnverkehrs auf der Stammstrecke der S-Bahn München (Pasing – Ostbahnhof) möglichst schnell und möglichst standardisiert reagieren zu können. Je nach Ort der Streckenunterbrechung fällt das Notprogramm etwas unterschiedlich aus – doch bestimmte Prinzipien bleiben immer gleich.

2.) Weshalb gibt es das Notprogramm?

Das Notprogramm gewährleistet bei Unterbrechung der Stammstrecke die Bedienung der Außenäste. Fahrgäste, Lokführer, Ansager und Disponenten in der Leitstelle erhalten dadurch alle den gleichen Wissensstand. Ferner wird die Kommunikation vereinfacht und kann teilweise hinsichtlich geänderter Linienführung und Ausweichmöglichkeiten standardisiert erfolgen. Letztlich kann die S-Bahn München mit Hilfe dieses standardisierten Programms schneller reagieren und auch nach Aufhebung einer Sperrung schneller in den Regelbetrieb zurückkehren.

3.) Welche Gründe führen zum Notprogramm?

Die Gründe für das Stattfinden von Notprogrammen sind sehr vielseitig. Von Notarzteinsätzen, betrunkenen Personen im Gleisbereich über Signalstörungen, bis hin zu dem Fund von Fliegerbomben aus dem zweiten Weltkrieg ist alles dabei. In seltenen Fällen führen auch technische Defekte an Fahrzeugen zu einer Sperrung der Stammstrecke.

4.) Welche Notprogramme gibt es?

Es gibt derzeit 23 verschiedene Notprogramme für die Stammstrecke. Je nach Ort der Störung wendet die Transportleitung der S-Bahn München ein anderes Notprogramm an. So kann bei einer Sperrung zwischen Hauptbahnhof und Marienplatz die S8 bis zum Isartor fahren, bei einer Sperrung zwischen Marienplatz und Rosenheimer Platz muß sie jedoch am Ostbahnhof wenden.

5.) Wie funktioniert ein Notprogramm?

Der Lokführer oder die Örtliche Aufsicht auf der Stammstrecke melden eine Betriebsstörung an die Transportleitung. Dort wird möglichst schnell entschieden, ob und welches Programm gefahren wird. Bis zur Entscheidung kann es gut 10 bis 15 Minuten dauern, je nach Ursache. So wird bei einer einfachen technischen Störung nicht sofort das Notprogramm ausgerufen, sondern zunächst versucht, den Schaden zu beheben. Ist hingegen bei einem Polizeieinsatz eine längere Sperrung absehbar, so wird umgehend gesperrt. In der Phase der Entscheidungsfindung ist eine eindeutige Fahrgastinformation in der Regel nicht möglich. Erst mit der Entscheidung ist klar, wie gefahren wird – und dann sind Informationen weitgehend zuverlässig möglich.
Am Ende eines Notprogramms werden die einzelnen Linien schrittweise wieder in die Stammstrecke eingeführt. Eine gewisse Zeit lang verkehren dann schon einige Linien auf ihrem planmäßigen Laufweg und einige wenden noch nach Notprogramm ohne Führung über die Stammstrecke. Daher ist es in der Phase der Wiederherstellung des normalen Liniensystems besonders wichtig, auf die Informationen am Bahnsteig zu achten.

6.) Wer entscheidet, ob ein Notprogramm stattfindet?

Die Entscheidung, ob eine Störung so einschränkend ist, dass ein Notprogramm stattfinden muss, treffen die Disponenten der S-Bahn in der Transportleitung und des Schienenwegebetreibers DB Netz AG. Diese entscheiden ebenfalls, welches Notprogramm eingeführt wird. Nach der Entscheidung werden alle betroffenen Stellen und Mitarbeiter (Service Dialog, Service Team, Lokführer und Ansagezentrum) per SMS oder Internet informiert.

7.) Wie oft kommt es zu Notprogrammen?

Der Durchschnitt der letzten Jahre liegt bei etwa 17 Notprogrammen pro Jahr.

8.) Kann man die Dauer eines Notprogramms vorhersagen?

Grundsätzlich kann man die Dauer eines Notprogramms nicht vorhersagen, da die Gründe zu vielfältig sind. Der Durchschnitt der letzten Jahre beträgt 3:04 Stunden. Das kürzeste dauerte 5 Minuten, das längste 8 Stunden.

9.) Welche alternative Fahrtmöglichkeiten gibt es, wenn keine S-Bahnen fahren?

- Regionalverkehr zwischen München Hbf und Pasing
- Regionalverkehr zwischen München Hbf und Ostbahnhof
- Trambahn zwischen München Hbf und Pasing
- U-Bahn zwischen München Hbf, Stachus, Marienplatz und Ostbahnhof
- Trambahn ab Isartor und Rosenheimer Platz zur nächsten U-Bahn
- U-Bahn ab Giesing, Harras, Feldmoching, Trudering, Heimeranplatz, Neuperlach Richtung Innenstadt
- Flughafenbus ab Hauptbahnhof

Betriebliche Zusammenhänge beim Notprogramm

- Beim Notprogramm teilen wir das Netz der S-Bahn München in zwei Hälften.
- Die S-Bahnen aus und in Richtung Westen enden und beginnen in Pasing und am Hauptbahnhof (Starnberger Bahnhof).
- Die S-Bahnen aus und in Richtung Osten enden und beginnen am Ostbahnhof.
- Auf der Stammstrecke selbst fährt in der Regel überhaupt keine S-Bahn oder maximal ein Pendelzug.
- Auf keinen Fall gibt es mehr eine durchgehende Verbindung zu den Außenästen.
- Die S 7 aus / in Richtung Kreuzstraße endet und beginnt in Giesing.
- Die Außenäste westlich von Pasing und östlich vom Ostbahnhof werden nach Möglichkeit planmäßig bedient.
- Die 10 Minutentakte entfallen.
- Die Gleise am Ostbahnhof, Pasing, Hauptbahnhof und Giesing ändern sich im Notprogramm. Bitte achten Sie auf die Ansagen.

Hier können Sie uns während einer Betriebsunterbrechung erreichen

Unser Kundendialog ist Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr für Sie da.

Telefon: 089 20355000

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